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Netzstörung erkennen und richtig reagieren

Gerät, Mobilfunknetz oder Plattform? Die Diagnose-Reihenfolge für den Störungsfall – mit Sofortmaßnahmen für Risikoteilnehmer und dem richtigen Umgang mit dem PNC-Status.

3 Min. Lesezeit Zuletzt geprüft: 08.09.2026
Netz PNC TSP
Symbolbild: Techniker prüft eine Netzwerkverbindung

Mobilfunk- oder Plattformstörungen sind selten, aber sie kommen vor – 2023 sorgte etwa ein Ausfall im Tele2-GSM-Netz für Aufsehen bei Hausnotrufdiensten. Entscheidend ist dann, schnell zu erkennen: Liegt das Problem am einzelnen Gerät, am Mobilfunknetz oder an der Plattform? Dieser Ratgeber liefert die Diagnose-Reihenfolge für den Ernstfall.

Schritt 1: Plattformstatus prüfen (2 Minuten)

Bevor Sie einzelne Geräte anfassen, prüfen Sie den Status der Tunstall-Plattformen auf unserer PNC-Status-Seite. Dort sehen Sie live den Zustand der TSP-Plattformen (Status TSP und Status TSP DRK) mit den überwachten Diensten:

  • Tonprotokolle
  • Telefonie
  • SCAIP
  • Mobile-Geräte (paSOS) / IP-Geräte (IPACS)
  • EU DMP

Wichtig einzuordnen: Ein gemeldeter Ausfall betrifft nicht automatisch alle Kunden oder Zentralen. Umgekehrt schließt „Alle Systeme betriebsbereit“ eine lokale Störung (Mobilfunkzelle, Internetanschluss der Zentrale) nicht aus.

Schritt 2: Störungsbild eingrenzen

BeobachtungWahrscheinliche UrsacheNächster Schritt
Ein einzelnes Gerät meldet sich nicht (kein Heartbeat)Gerät, SIM oder lokale FunkversorgungGerät prüfen: Strom, LED-Status, Heartbeat manuell auslösen
Mehrere Geräte einer Region gleichzeitig offlineMobilfunkstörung des Providers in der RegionBetroffene Provider identifizieren (Telenor/Tele2 – siehe SIM-Service), Störung dokumentieren
Geräte online, aber Rufe kommen nicht in der Zentrale anPlattform- oder Zentralen-AnbindungPNC-Status prüfen, Zentralentechnik kontrollieren, Support kontaktieren
Flächendeckend viele Geräte offline, PNC-Status meldet StörungPlattform- oder NetzstörungStatusseite abonnieren/beobachten, Lagebild führen (siehe unten)

Schritt 3: Richtig reagieren bei einer Netzstörung

  1. Lagebild erstellen: Wie viele Teilnehmer sind betroffen? Welche Geräte, welcher Provider, seit wann?
  2. Risikoteilnehmer priorisieren: Für Teilnehmer mit hohem Schutzbedarf telefonische Erreichbarkeitskontrollen oder Hausbesuche organisieren – das ist die wichtigste Sofortmaßnahme.
  3. Nicht massenhaft neustarten: Bei einer Provider-Störung bringt ein Geräteneustart nichts; nach Störungsende buchen sich die Geräte selbstständig wieder ein und melden sich mit dem nächsten Heartbeat.
  4. Support informieren: Erstellen Sie ein Ticket mit Ihrem Lagebild – das hilft auch uns, das Ausmaß einzuordnen und Sie gezielt zu informieren.
  5. Nachbereitung: Nach Störungsende prüfen, ob alle Geräte wieder Heartbeats senden (DMP-Übersicht), und Ausreißer einzeln nachfassen.

Vorbeugen: Resilienz erhöhen

  • 4G-Geräte einsetzen: Aktuelle Geräte (Lifeline Digital, 4G Smart Hub) verbinden sich moderner und stabiler als 2G-Altgeräte – siehe unseren Migrationsratgeber.
  • Heartbeat-Überwachung ernst nehmen: Wer die DMP-Übersicht täglich prüft, erkennt schleichende Verbindungsprobleme, bevor Teilnehmer betroffen sind.
  • Status-Updates abonnieren: Auf den Statusseiten können Sie Benachrichtigungen abonnieren („Subscribe to status updates“).

Weiterführende Links

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