Mobilfunk- oder Plattformstörungen sind selten, aber sie kommen vor – 2023 sorgte etwa ein Ausfall im Tele2-GSM-Netz für Aufsehen bei Hausnotrufdiensten. Entscheidend ist dann, schnell zu erkennen: Liegt das Problem am einzelnen Gerät, am Mobilfunknetz oder an der Plattform? Dieser Ratgeber liefert die Diagnose-Reihenfolge für den Ernstfall.
Schritt 1: Plattformstatus prüfen (2 Minuten)
Bevor Sie einzelne Geräte anfassen, prüfen Sie den Status der Tunstall-Plattformen auf unserer PNC-Status-Seite. Dort sehen Sie live den Zustand der TSP-Plattformen (Status TSP und Status TSP DRK) mit den überwachten Diensten:
- Tonprotokolle
- Telefonie
- SCAIP
- Mobile-Geräte (paSOS) / IP-Geräte (IPACS)
- EU DMP
Wichtig einzuordnen: Ein gemeldeter Ausfall betrifft nicht automatisch alle Kunden oder Zentralen. Umgekehrt schließt „Alle Systeme betriebsbereit“ eine lokale Störung (Mobilfunkzelle, Internetanschluss der Zentrale) nicht aus.
Schritt 2: Störungsbild eingrenzen
| Beobachtung | Wahrscheinliche Ursache | Nächster Schritt |
|---|---|---|
| Ein einzelnes Gerät meldet sich nicht (kein Heartbeat) | Gerät, SIM oder lokale Funkversorgung | Gerät prüfen: Strom, LED-Status, Heartbeat manuell auslösen |
| Mehrere Geräte einer Region gleichzeitig offline | Mobilfunkstörung des Providers in der Region | Betroffene Provider identifizieren (Telenor/Tele2 – siehe SIM-Service), Störung dokumentieren |
| Geräte online, aber Rufe kommen nicht in der Zentrale an | Plattform- oder Zentralen-Anbindung | PNC-Status prüfen, Zentralentechnik kontrollieren, Support kontaktieren |
| Flächendeckend viele Geräte offline, PNC-Status meldet Störung | Plattform- oder Netzstörung | Statusseite abonnieren/beobachten, Lagebild führen (siehe unten) |
Schritt 3: Richtig reagieren bei einer Netzstörung
- Lagebild erstellen: Wie viele Teilnehmer sind betroffen? Welche Geräte, welcher Provider, seit wann?
- Risikoteilnehmer priorisieren: Für Teilnehmer mit hohem Schutzbedarf telefonische Erreichbarkeitskontrollen oder Hausbesuche organisieren – das ist die wichtigste Sofortmaßnahme.
- Nicht massenhaft neustarten: Bei einer Provider-Störung bringt ein Geräteneustart nichts; nach Störungsende buchen sich die Geräte selbstständig wieder ein und melden sich mit dem nächsten Heartbeat.
- Support informieren: Erstellen Sie ein Ticket mit Ihrem Lagebild – das hilft auch uns, das Ausmaß einzuordnen und Sie gezielt zu informieren.
- Nachbereitung: Nach Störungsende prüfen, ob alle Geräte wieder Heartbeats senden (DMP-Übersicht), und Ausreißer einzeln nachfassen.
Vorbeugen: Resilienz erhöhen
- 4G-Geräte einsetzen: Aktuelle Geräte (Lifeline Digital, 4G Smart Hub) verbinden sich moderner und stabiler als 2G-Altgeräte – siehe unseren Migrationsratgeber.
- Heartbeat-Überwachung ernst nehmen: Wer die DMP-Übersicht täglich prüft, erkennt schleichende Verbindungsprobleme, bevor Teilnehmer betroffen sind.
- Status-Updates abonnieren: Auf den Statusseiten können Sie Benachrichtigungen abonnieren („Subscribe to status updates“).